Im Rahmen des Unterrichtsfachs Politik und Gesellschaft besuchte der Jugendoffizier der Bundeswehr Lukas-Laurin Sachße alle 10. Klassen, um mit den Schülerinnen und Schülern über aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen zu sprechen. Der Vortrag stand unter dem Titel „Aktuelle Sicherheitspolitik“ und bot einen differenzierten Einblick in globale Risiken, internationale Bündnissysteme und geopolitische Machtinteressen.
Zentraler Ausgangspunkt war der aktuelle Weltrisikobericht, der globale Gefahren wie bewaffnete Konflikte, Cyberangriffe, Klimafolgen und wirtschaftliche Instabilität analysiert. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich dabei mit der Frage auseinander, wie vernetzt heutige Risiken sind und welche Auswirkungen internationale Krisen auf Deutschland und Europa haben können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Systemen kollektiver Sicherheit. Dabei wurde unter anderem das Verteidigungsbündnis der NATO erläutert, das auf dem Prinzip der gegenseitigen Beistandspflicht beruht. Ebenso wurde die Rolle der Vereinte Nationen thematisiert, insbesondere im Hinblick auf Friedenssicherung und internationale Zusammenarbeit. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten, welche Chancen, aber auch welche Grenzen solche Bündnisse in einer zunehmend multipolaren Weltordnung haben.
Im geopolitischen Kontext wurden zentrale internationale Akteure betrachtet, deren politische Interessen maßgeblichen Einfluss auf die globale Sicherheitslage haben. Dazu zählen unter anderem US-Präsident Donald Trump, der russische Präsident Wladimir Putin sowie der chinesische Staatspräsident Xi Jinping. Anhand ihrer politischen Strategien wurde verdeutlicht, wie nationale Interessen, Machtpolitik und wirtschaftliche Abhängigkeiten internationale Spannungen beeinflussen können.
Besondere Aufmerksamkeit galt außerdem neuen und bestehenden Staatengruppen. Die Staatengruppe BRICS – bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – wurde als wirtschafts- und machtpolitisches Gegengewicht zu westlich dominierten Bündnissen vorgestellt. Ebenso wurde die informelle sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen China, Russland, Iran und Nordkorea – häufig mit dem Begriff „CRINK“ umschrieben – analysiert.
Der Vortrag bot nicht nur fundierte Informationen, sondern auch Raum für kritische Nachfragen. Dabei entwickelte sich eine lebhafte Fragerunde, insbesondere zum neuen Wehrdienst in Deutschland. Die Jugendlichen interessierten sich insbesondere für dessen Ausgestaltung. Dabei wurde deutlich, wie wichtig politische Bildung ist, um komplexe internationale Zusammenhänge zu verstehen und sich eine reflektierte Meinung zu bilden.
Der Besuch des Jugendoffiziers stellte somit eine praxisnahe Ergänzung zum Unterricht dar und verdeutlichte eindrucksvoll, dass Sicherheitspolitik kein abstraktes Thema ist, sondern unmittelbare Auswirkungen auf das Leben junger Menschen haben kann.

