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ESS wird Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Wer war Edith Stein und was kann uns ihr Vorbild lehren? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Realschule Alzenau traditionell jedes Jahr an einem speziellen Gedenktag zu Ehren der Namensgeberin, der dieses Mal am 14. Oktober begangen wurde. Höhepunkt des Edith-Stein-Tages war die feierliche Auszeichnung der Schule mit den Titeln „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ sowie „Fairtrade-School“, die das Engagement der Schulfamilie in den letzten Monaten würdigten.

Zu Beginn des Festaktes, der vom Schulchor umrahmt wurde, erinnerte Herr Lisczyk, der Schulleiter, zunächst an Edith Stein. Sie wurde als Jüdin geboren, trat zum Katholizismus über, wurde Ordensfrau und konnte dennoch ihrem Tod in Auschwitz nicht entgehen. Auch die schrecklichen Ereignisse in Halle zeigten, wie wichtig es sei, sich gegen Rassismus zu wehren und Courage zu zeigen. Herr Lisczyk erklärte ferner den Weg zum Titel „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“: Mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen und arbeiten, verpflichten sich zunächst mit ihrer Unterschrift, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen. Es folgen verschiedene Projekte und Aktionen. Als Paten konnte die Edith-Stein-Realschule Herrn Dr. Legler, den Alzenauer Bürgermeister, gewinnen. Der Schulleiter dankte allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften, die bereits an unterschiedlichen Projekten teilgenommen haben. Auch der Schülersprecher Torben Scherer bedankte sich für die erfahrene Unterstützung und zeigte aus Schülersicht den Weg des Projektes vom Beschluss in der Schülervollversammlung bis hin zur Patensuche auf. Herr Dr. Legler betonte in einer bewegenden Rede, dass ihn diese Patenschaft mit Stolz und Freude erfülle, da ihm das Thema sehr am Herzen liege. Das Bekenntnis gegen Hass und Intoleranz mache Mut, denn die Schülerinnen und Schüler gestalteten die Zukunft mit. Zahlreiche Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart zeigten die Wichtigkeit des Themas. Ein Schicksal wie das von Edith Stein dürfe sich nie mehr wiederholen. Herr Dr. Legler nannte Edith Stein eine Brückenbauerin zwischen Christen und Juden und forderte die Schülerinnen und Schüler dazu auf, nach ihrem Vorbild Brückenbauer zu sein. Frau Limmer, die Regionalkoordinatorin des Projekts „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“, überreichte schließlich eine Urkunde und ein Schild zur Befestigung im Schulgebäude, welches daran erinnern solle, „hinter die Fassaden zu sehen, den Menschen dahinter zu erkennen“. Es sei eine große Aufgabe, sich vom Schubladendenken, vom Denken in Schwarz und Weiß, zu verabschieden und das Licht dazwischen zu erkennen. Die Edith-Stein-Realschule ist somit eingebunden in ein Netzwerk aus 82 Schulen in Unterfranken, 660 Schulen in Bayern und 3208 Schulen in ganz Deutschland, die sich demselben Ziel verschrieben haben. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete ein Film gegen Rassismus, den die Klasse 8b des Schuljahres 2018/19 zusammen mit Lehrkräften gedreht hatte.

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Zusätzlich zum Festakt gab es für die Schülerinnen und Schüler jede Menge Aktionen und verschiedene Programmpunkte. So besuchten sie einen Gottesdienst, fertigten Plakate und Butterbrottüten mit Sprüchen gegen Rassismus an, bereiteten ein internationales Frühstück vor oder beschäftigten sich mit der Frage „Was ist Rassismus / Diskriminierung?“. Dazu gab es Expertenvorträge durch die Polizei, vertreten durch Kevin Haibach, und die Selbstverteidigungstrainerin und Elternbeiratsvorsitzende Frau Kuhn. Von den Zehntklässlern wurden die Klassenzimmer jeweils zu einem Land passend gestaltet und auf das schönste Zimmer wartete ein Preis, gestiftet von Herrn Dr. Legler bzw. der Stadt Alzenau.

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Ottilie Hochrein

Gelesen 1178 mal Letzte Änderung am Sonntag, 20 Oktober 2019 13:26
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